Mitdenken, Mitreden, Mitbeten
So stand es auf einem Plakat, das an den Türen des Franziskanerklosters in Mönchengladbach hing. Ein Anruf an alle, die sich der Kirche zugehörig fühlen, die hören sollen, dass ohne ihr Mitdenken, Mitreden und Mitbeten dieses für die Wirksamkeit der Kirche in unserer Zeit notwendige Unternehmen gefährdet sein könnte.
65 Kartellangehörige, davon mehr als die Hälfte junge Kartellbrüder, und einige Angehörige, dazu als Gäste aus anderen Verbänden Frau Dr. E. Lauf (Bund katholischer deutscher Akademikerinnen), der CV-Seelsorger Edmund Dillinger und Johannes Franken vom Christophorus waren der Einladung des Ausschusses „Synode“ zur 3. Verbandstagung nach Mönchengladbach gefolgt. Es gibt sie also durchaus, diese Zusammenkünfte Interessierter, denen die Synode nicht gleichgültig ist, wie so oft behauptet wird, wenn der Mangel der Mitarbeit „an der Basis“ beklagt wird. Die ständige Mahnung des Ausschusses: „Mitarbeit von unten wird als vordringliche Aufgabe verstanden“, hatte also guten Erfolg, auch wenn die Teilnehmerzahlen der beiden vorhergegangenen Tagungen in Würzburg größeren Zulauf zu verzeichnen hatten. Aber es wurde in gleicher Weise hart gearbeitet und um Ergebnisse gerungen.
Die Tagung fand wenige Wochen vor der 3. Vollversammlung der Synode (3. bis 7. Januar 1973) statt: Es war daher die Aufgabe, sich in erster Linie mit den Beratungsgegenständen dieser Sitzung zu beschäftigen. Dies geschah wiederum in Arbeitskreisen, die sich mit den Themen „Grundrechte und ihre Geltung in der Kirche“ (Vorlage der Sachkommission IX „Kirchliche Schieds- und Verwaltungsgerichtbarkeit“), „Neue Überlegungen zur Sakramentenpastoral“ (Vorlage der Sachkommission II „Firmpastoral“), „Ausländer – Gastarbeiter auch in der Kirche?“ (Vorlage der Sachkommission III „Der ausländische Arbeitnehmer – seine Stellung in Kirche und Gesellschaft“) und mit anderen aktuellen Problemen – „Verbände und Kirche“ und „Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft“ – befassten.
Es blieb genügend Zeit für Gespräche und zur Beantwortung sowie Vertiefung vieler Fragen
In den Referenten – Kb Dr. Paul Wesemann (Berater der Synode) für den Arbeitskreis „Grundrechte“; Pfarrer Norbert Essink (Synodale) für den Arbeitskreis „Sakramentenpastoral“; Caritasdirektor Dr. Ulrich Brisch, Köln (Synodale) für den Arbeitskreis ,,Gastarbeiter“; Kb Dr. Wilhelm Pötter, Münster (Synodale) für den Arbeitskreis „Verbände“; Kb Dr. Franz Weibels, Köln für den Arbeitskreis „Bildungseinrichtungen“ – standen den Teilnehmern Kenner der jeweiligen Materie zur Verfügung, die es in ausgezeichneter Weise und großartiger Diktion verstanden, den notwendigen Ein- und Überblick zu vermitteln. In bester Zusammenarbeit gelang es dann auch den Mitgliedern der Arbeitskreise, Stellungnahmen zu den vorgestellten und angesprochenen Themen zu erarbeiten.
Trotz der Fülle des Dargebotenen und des Gefordertseins blieb am Samstagabend genügend Zeit zur Selbstbeschäftigung, sei es für ein Gespräch mit Kartellbrüdern aus Mönchengladbach oder mit Synodalen, die zur Beantwortung und Vertiefung so vieler Fragen auch weiterhin zur Verfügung standen oder auch für einen Bummel in die schöne Stadt Mönchengladbach bei Nacht. Als Gast im Franziskanerkloster Mönchengladbach konnten wir die Gastfreundschaft der Söhne des hl. Franziskus in bester Weise kennenlernen. Wir waren gut untergebracht, fanden ausgezeichnete Arbeitsmöglichkeiten und eine gute Arbeitsatmosphäre vor und erlebten diese Tage in brüderlichem Geiste.
