Christlich gelebte Ehe und Familie

Vom 7. bis 9. Januar fanden – erstmals unter diesem Namen und nachfolgend den Synoden-Tagungen – die Würzburger KV-Tage mit dem Thema „Christlich gelebte Ehe und Familie“ statt.

Die kirchliche Lehre von der Sakramentalität der Ehe, dem Zweiten Vatikanischen Konzil folgend, betont die reale Identität des Bundes zweier Menschen und der Ehe als Sakrament. Der Konsensus der Partner, ihre gegenseitige ganzheitliche Annahme konstituiert die Ehe und das Ehesakrament. Damit die wichtige Arbeit der Sachkommission und der Synode im Beschluss „Christlich gelebte Ehe und Familie“ volle Frucht trägt, ist es notwendig, dass der Text für die Arbeit in der pastoralen Praxis schnellstmöglich „übersetzt“ wird. Eine wichtige Aufgabe für alle Christen bleibt es, das Verständnis christlich gelebter Ehe und Familie in unserer Gesellschaft präsent zu halten, es unserer Zeit zu verkünden. Damit realisiert unser Verband seine Absicht, die Synodenbeschlüsse transparent zu machen, sie für uns aufzuarbeiten, um sie als konkrete Hilfen uns allen anzubieten. Partnerschaftliche Ehe ist die Verbindung von Mann und Frau als zweier grundsätzlich gleichrangiger, gleichverpflichteter und gleichberechtigter, einander in ihrer Verschiedenheit und wegen ihrer Verschiedenheit sich ergänzender Individuen. Ein Kreis diskutierfreudiger und sachkundiger KVer und ihre Damen erarbeiteten in drei Arbeitskreisen schwerpunktmäßig die gestellten Thematiken „Partnerschaftliche Ehe-Grundlagen, Chancen, Probleme“, „Die kirchliche Lehre von der Sakramentalität der Ehe“ und „Die Familie – Grundform des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens“. Der hohe Stellenwert von Ehe und Familie für die Kirche und für die Gesellschaft und die Gefährdung der sakramentalen Verwirklichung der Ehe in unserer Zeit bedeuten für die Kirche eine ganz große und dringliche pastorale Aufgabe. Veränderungen im Denken und Verhalten der Menschen belasten ebenfalls die familiären Bindungen. Es war schon beeindruckend, mit welchem kritischen Engagement dort überlegt und formuliert wurde. Besonders hervorzuheben ist, dass bis in die letzte Plenumssitzung hinein aus der Mitte der Teilnehmer sehr wesentliche Änderungsvorschläge erarbeitet wurden.

Die Kirche sollte grundsätzliche wissenschaftliche Stellungnahmen zum Bereich Ehe und Familie nicht außerkirchlichen Institutionen allein überlassen, zumal sie über die entsprechenden wissenschaftlichen Voraussetzungen verfügt. Die Schaffung eigener Lehrstühle wäre dabei eine wertvolle Hilfe. Dem hohen Wert von Ehe und Familie ist ferner durch verstärkte öffentliche wie kirchliche Förderung unter anderem der Arbeit des Familienbundes der deutschen Katholiken, der kirchlichen Beratungsstellen für Ehe und Familie wie auch des Katholischen Arbeitskreises für Familienerholung Rechnung zu tragen. Ergänzend sollten in der allgemeinen kirchlichen Bildungsarbeit verstärkt Tagungen für die ganze Familie angeboten werden.

Hier wurde eben nicht kritiklos übernommen, was die „Experten“ vorlegten. Kb Fred Krämer, der mit sehr viel Sorgfalt die Tagung vorbereitet hat, bewies erneut sein Geschick auch und gerade in der Auswahl der Referenten, die aus den verschiedensten Arbeitsbereichen kamen und so ein repräsentatives Bild vermitteln konnten. In Würzburg ging es nicht um theologische Symposien, sondern um die täglichen und persönlichen Probleme eines jeden von uns. Die inhaltlichen Aussagen, die so oft von unserem Verband erwartet werden, konnten hier mit entwickelt und können von allen, die nicht in Würzburg waren, angenommen werden. Der Dank, den wir alle Kb Krämer für seine viele Arbeit schulden, kam seitens der Teilnehmer dadurch zum Ausdruck, dass die nächsten Würzburger KV-Tage bereits terminiert sind, vom 6. bis 8. Januar 1978 – dann mit dem Synodenpapier zu Arbeitnehmerfragen.