Rausch der Frömmigkeit – Jugendreligionen
Am ersten Wochenende im neuen Jahr trafen sich in Würzburg Angehörige des KV, Studenten und Alte Herren zusammen mit ihren Damen zu einer Verbandstagung. Sie wollten sich über ein aktuelles Thema, nämlich das der Jugendsekten, der „Wölfe im Schafspelz", wie ein bereitliegendes Arbeitsheft als Überschritt trug, informieren lassen und für sich, für ihre Arbeit in den Pfarreien und in den eigenen Korporationen Konsequenzen ziehen, wenn Versäumnisse in der bisherigen Jugendarbeit, sei es in der Familie, Schule, Beruf, Kirche, Gesellschaft, festgestellt werden sollten.
Unter der bewährten Leitung unseres Kb Fred Krämer, Würzburg, hatten sich etwa 80 Teilnehmer – darunter erfreulicherweise zwei Drittel Aktive und zahlreiche Damen – eingefunden und erhielten durch Einführungsreferate, Arbeitskreise und aufschlussreiches Schrifttum wertvolle Informationen über das aktuelle Thema.
Die Einführungsreferate hielten Dipl.-Theologe Hans Löffelmann, Franz Graf von Magnis und P. Meinrad Dufner OSB, Würzburg.
Hans Löffelmann, Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Erzdiözese München-Freising, erwies sich in seinen beiden Referaten „Die Jugendreligionen – ein Überblick“ und „Die Kirche und die Jugendreligionen“ als ein ausgezeichneter Kenner der Jugendsektenszene. Hierbei wurde deutlich, wie unter dem Vorwand religiöser Ziele, insbesondere der Vorgaukelung einer „Glückseligkeitsideologie“, die Jugendlichen in der Regel psychisch und materiell geschädigt werden, so dass eine sachliche Aufklärung über die dubiosen Praktiken der sogenannten Jugendsekten, die eine totalitäre Struktur aufweisen, dringend notwendig ist. Die Ausführungen des Referenten wurden durch eine reichhaltige Dokumentation und durch die Vorführung eines Elektrometers der Scientology-Church manifestiert.
Franz Graf von Magnis wies in seinem Referat „Die Jugend-religionen – eine Reaktion auf wesentliche Bedürfnisse der Menschen?“ darauf hin, dass sich die sogenannten Jugendsekten für ihre Mitgliederwerbung die mentale und emotionale Bedürfnislücke unserer Zeit zunutze machten.
Charisma - eine geistliche Gnadengabe, die Gott einzelnen Menschen zuteil werden lässt
P. Meinrad Dufner kam es in seinem Referat über „Die charismatische Erneuerungsbewegung – eine Antwort der Kirche?“ darauf an, auf das Wesen des Charismas hinzuweisen. Er versteht den Begriff als eine geistliche Gnadengabe, die Gott einzelnen Menschen zuteil werden lässt.
Der I. Arbeitskreis unter der Leitung von Kb Dr. Paul Wesemann beschäftigte sich mit der Frage: Wahre und vermeintliche Emotionalität in der Kirche – welche Rolle spielt diese in unserem Leben? Der II. Arbeitskreis unter der Leitung von Kb P. Norbert Reus versuchte konkrete Hilfen einer Pfarrgemeinde als Antwort an die Jugendreligionen zu erarbeiten, während der III. Arbeitskreis, der unter der Leitung von Kb Dr. Elmar Kammerloher stand und das Thema „Jugendreligionen in der Studentenschaft und als Thema der Verbandsarbeit des KV“ behandelte, seine eingehenden Beratungen mit einem Aufruf an alle KVer zur Eigeninformation und Aufklärung über die verhängnisvolle Wirkung der Jugendsekten abschloss.
Im Rahmen der Würzburger KV-Tage machte uns ein Stadtbummel durch Würzburg mit den Sehenswürdigkeiten unserer Tagungsstadt bekannt, der unter der sachkundigen Führung des Kb Gerhard Porigratz stand.
