Kirche Im Gegenwind

In der pluralen Gesellschaft sind die Kirchen nur noch ein „Anbieter", ein „Dienstleister" neben anderen, wenn es um Religion und Glauben als Weltdeutung und Lebensgestaltung geht. Der Pluralismus hat die Kirchen nicht nur nach „außen", sondern auch nach „innen" geändert.

Das Problem, das Michael Ebertz, Professor für Soziologie an der Kath. Fachhochschule Freiburg, in seinem 1997 erschienenen Buch „Kirche im Gegenwind" behandelt, hat für uns als (katholische) Christen in Deutschland eine besondere Brisanz erhalten. Befindet sich die Kirche im Gegenwind, somit wir uns auch? Wie sehen die derzeitigen Verhältnisse denn tatsächlich aus? Verlassen wir uns zu wenig auf den „Rückenwind des Heiligen Geistes" (Weihbischof Dr. Werner Thissen, Münster)? Dieses und andere Themen behandelten wir im Rahmen der 30. Würzburger KV-Tage 2000. Die Antworten auf diese Fragen waren für unser Selbstverständnis als Kartellverband Katholischer Deutscher Studentenvereine und ganz besonders für uns selbst wichtig.

Wolfgang Feuerlein mit seiner Liebe zur Kirchenmusik

Nach der Anreise am Freitag und Zimmerverteilung im Burkadushaus sowie im Hotel „Till Eulenspiegel“ folgte das gemeinsame Abendessen. Aus Anlass der 30. Würzburger KV-Tage 2000 versammelten sich anschließend zahlreiche Teilnehmer in der Sepultur des Würzburger Domes zur Begrüßung. Abschließend stellte Wolfgang Feuerlein seine Liebe zur Kirchenmusik in einer unterhaltsamen Orgelstunde unter Beweis.

Den Samstag eröffnete Dr. Klaus Arntz, Münster mit dem Versuch einer „moraltheologischen Kursbestimmung nach dem Vaticanum II.“ Die Moraltheologie hat nach den Weisungen des 2. Vatikanischen Konzils den Auftrag, in wissenschaftlicher Weise die Erhabenheit der Berufung der Gläubigen in Christus aufzuzeigen.

Situation von Kirche und Glaube an der Jahrtausendwende

Nach dem Mittagessen sprach Dr. Rüdiger Schulz, Allensbach „Zur Situation von Kirche und Glaube an der Jahrtausendwende.“ Und näherte sich der Fragestellung aus demoskopischer Sicht. Seit 1999 rechnet man weltweit zum ersten Mal mit mehr als einer Milliarde Katholiken. Das entspricht einem Anteil von etwa 17 Prozent der Weltbevölkerung. Zwei Drittel davon leben in Ländern der sogenannten Dritten Welt. Dagegen stellen die Katholiken in Asien mit zwei bis drei Prozent den geringsten Anteil an der Gesamtbevölkerung. In Europa liegen die Vergleichszahlen bei 41 Prozent, in Deutschland bei 34 Prozent.

Nach dem Kaffeetrinken führte Dr. Michael Reitemeyer, Bad Vilbel seine Gedanken zum Thema „Kirche – beim Wort genommen. Eingrenzung eines unscharfen Begriffes." aus. Den Abend beschloss ein Akademischer Dämmerschoppen mit Martin Gebauer. Der Sonntag begann mit der HI. Messe in der Krypta des Stiftes Neumünster. Anschließend versammelten sich einige KVer zu einer Führung durch das Stift Neumünster bevor das gemeinsame Mittagessen die Verabschiedung und das Ende der Tagung einläutete.