Zwischen Laienberg und Priestertal – über die Zukunft der Kirche

Mit den bekannt deutlich zurückgehenden Zahlen von Priestern sind wir als Mitglieder von Gemeinden gezwungen, von vielen auch liebgewordenen Gewohnheiten Abschied zu nehmen: Verminderung der Sonntagsmessen, Pfarrfusionen oder -kooperationen, Verlagerung der Seelsorge, etc. Wie bekommen wir diese Entwicklungen selbst zu spüren, wie wird unser Gemeindeleben dadurch beeinflusst? Besteht für die Laiengremien nicht jetzt die Möglichkeit, sich zu profilieren? Oder werden manche Gremien nicht Opfer des „Sitzungskatholizismus”? Dies und weitere Fragen haben wir im Rahmen der 33. Würzburger KV-Tage vom 10. bis 12. Januar behandelt.

Nach der Anreise am Freitag und anschließender Zimmerverteilung eröffnete Karl Schneiderhan, Leiter des Bereiches Personalentwicklung der Diözese Rottenburg – Stuttgart den fachlichen Teil der Veranstaltung mit der Frage nach unserer Verantwortung für die Zukunft der Kirche. „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben...” (2 Timotheus 1,7). Gesellschaftspolitisch und kirchlich drängen sich Fragen nach der „Zukunftsgestaltung" auf. Es gibt kaum einen Bereich, ob in Gesellschaft, Politik oder Kirche, in dem die Verantwortung für die Zukunft nicht eine zentrale Rolle spielen würde. Wie können gemeinsam Zukunftsperspektiven entdeckt werden? Wie ist Mut und Zutrauen in die Zukunft zu gewinnen, so dass Verantwortung für die eigene und die gemeinsame Zukunft übernommen werden kann?

 

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben... (2 Timotheus 1,7)

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück bevor Pater Stephan Paul Schröer OSB Altabt der Abtei Königsmünster, Meschede, den fachlichen Teil des Tages eröffnete. Nach dem Mittagessen sprach Magdalena Bogner, Präsidentin der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands), Neumarkt zu den Teilnehmern. Sie forderte: Frauen sollten an Entscheidungen, die sie betreffen, auch angemessen beteiligt werden – in Gesellschaft und Kirche.

Religion ist für den Alltag vieler Menschen einfach nicht mehr relevant

Am späteren Nachmittag fasste Dr. theol. Peter Schallenberg, Direktor der Kommende Dortmund, seine Gedanken zum Thema „Laien – Priester – Christen, Christen in einer entchristlichen Welt“ für die Teilnehmer zusammen. Die christlichen Kirchen in Deutschland scheinen kaum noch einen Einfluss auf ihre eigene Entwicklung nehmen zu können und äußeren Faktoren ausgesetzt zu sein, denen sie wenig entgegenzusetzen haben. Religion ist für den Alltag vieler Menschen einfach nicht mehr relevant.

Am Abend versammelte man sich zu einer gemütlichen Weinprobe und anregenden Gesprächen im historischen Residenzweinkeller. Die Heilige Messe in der Kirche des Ehehaltenhauses in Würzburg am Sonntag und ein letztes gemeinsames Mittagessen schlossen ein rundum gelungenes Wochenende ab.