Christliches Europa? – Die Frage nach der Identität in unserem Land

Mit der Frage nach der europäischen Identität greift die KV-Akademie erneut ein spannendes, zentrales und kontrovers diskutiertes Thema auf. Nicht erst im Verlauf der Erweiterungspläne der Europäischen Gemeinschaft bedarf die fundierte Nachfrage nach dem, was Antike, Christentum, Humanismus und Aufklärung als Fundament, Erbe und Verpflichtung in Deutschland und in Europa hinterlassen haben der kritischen Aufarbeitung.

Auch von Atheisten können die christlichen Traditionen und Identitäten nicht geleugnet werden. Friedrich Merz hat seinerzeit die Formulierung von der „Deutschen Leitkultur” gebraucht, was sofort kritisiert und abgewertet wurde, obwohl es der sorgfältigen Erörterung bedurft hätte. Die KV-Akademie meint aber, dass es gerade jetzt dringend geboten ist, diesen Fragen nachzuspüren. Das Thema der Würzburger KV-Tage war damit auch so etwas wie eine Weiterführung des Themas von 2004, wo wir uns mit dem Verhältnis von Christentum und Islam beschäftigt haben. Die hochkompetenten Referenten versprachen eine interessante, lebhafte und bereichernde Tagung.

 

Neue Debatte über die Identität Europas

Dr. Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, eröffnete am Freitag den Vortragsreigen mit der Fragestellung: „Christliches Europa?“ – Fundamente unserer Identität heute. In Zeiten von Globalisierung, Migration und wachsender sozialer Vielfalt ist eine neue Debatte über die Identität Europas entbrannt. Will man dieses Feld nicht den vermeintlichen „Rettern des Abendlandes“ überlassen, ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit der europäischen Geschichte und Kultur notwendig. Dazu gehört untrennbar und wesentlich das Christentum.

Nach dem Frühstück am Samstag referierte Kb Prof. Dr. Georg Wieland, kath.-theol. Fakultät Tübingen über das Thema: „Das Erbe von Antike und Humanismus” bevor die Teilnehmer gegen Mittag ihre Fahrt mit dem Bus nach Veitshöchheim antraten. Der interessante Besuch des dortigen jüdischen Kulturmuseums mit Synagoge war für alle eine gelungene Abwechslung.

Kb Prof. Dr. Georg Wieland, kath.-theol. Fakultät Tübingen beschloss den Samstag mit seinen Ausführungen zur „Bedeutung der Aufklärung für unser Denken und unsere Identität.”

Was heißt Integration?

Ein Empfang mit Buffet im Rahmen der Verleihung des „Carl-Sonnenschein-Preises” an Kb Dr. jur. Thomas Böckenförde (Ale) rundete den Seminartag ab.
Nach der Heilige Messe in der Marienkapelle am Sonntag stellte Prof. Dr. Berthold Löffler, Fachhochschule Weingarten die Frage: „Was heißt Integration?“ In seinem Vortrag ging er dabei auf die Konzepte von Parteien und gesellschaftlichen Gruppen ein und überprüfte ihre Realisierbarkeit.