KB DR. JUR. ELMAR KAMMERLOHER (Ale)
Schon seit 1970 engagierte sich der Jurist und hoher Staatsbeamter Elmar Kammerloher im KV und gehörte dem Ausschuss an, der eine neue, der Zeit entsprechende Satzung schuf. 1972 wurde er zu einem der Beauftragten gewählt, die sich im Verband um die Bildungsarbeit kümmerten.
1983 übernahm er den Vorsitz der neugeschaffenen KV-Akademie e.V., ein Amt, das er bis 1991 versah. Die Verantwortung für die „Würzburger KV-Tage“ trug er von 1983 bis 1988, dabei besonders tatkräftig unterstützt von P. Norbert Reus SAC, der 1991 sein Nachfolger als Vorsitzender der KV-Akademie wurde.
Elmar Kammerloher verfolgte die bereits durch Fred Krämer begonnene Öffnung der „Würzburger KV-Tage“ zu einem „Marktplatz der Meinungen“. 1983 wurde deshalb zur Diskussion gestellt, wie sozial der sog. Sozialstaat sei, jener Staat, dessen Aufgabe u.a. darin besteht, soziale Gegensätze innerhalb der Gesellschaft zu verringern. 1984 stand der Zwiespalt zwischen Angst und Hoffnung in dieser Welt im Mittelpunkt, wobei auch Themen wie Pazifismus aus Angst, Probleme junger Familien, Zuwendung und Geborgenheit in Gemeinschaften wie dem KV und die egoistische Selbstverwirklichung beleuchtet wurden.
Erfüllt die Synode ihre eigene und unsere Erwartungen?
Die „Würzburger KV-Tage“ 1985 erinnerten an ihre Entstehung als Synodentagung und befassten sich mit der Frage, ob die Synode ihre eigenen und unsere Erwartungen erfüllt habe. Bedauert wurde die schon damals wachsende „monologische Struktur“ in der Kirche und erfreut festgestellt, dass die Synode zu einer „Renaissance der katholischen Verbände“ geführt habe. Die folgenden KV-Tage im Jahr 1986 behandelten wieder einmal eine religiöse Frage und griffen das zwanzig Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil immer noch aktuelle Thema der „Berufung und Sendung der Laien in der Kirche“ auf.
1987 wurde es dann ganz politisch, als über die Kernkraft, ihre Nutzung und ihre Gefahren nachgedacht wurde. Nach Meinung des damaligen Berichterstatters wurden die Teilnehmer „in einer positiven Einstellung zur friedlichen Nutzung der Kernenergie bestärkt.“
1988 wurde wiederum wie 1986 eine religiöse Frage gestellt, die da lautete, ob man eine eigene Auswahl des Glaubens treffen darf. Bemerkenswert war die Feststellung, dass sich viele junge Aktive „in einer Art Katechumenensituation“ befänden. „Ihr Wissen im Glauben und die Erfahrungen mit dem Glauben sind“, so hieß es weiter, „oft in den Anfängen steckengeblieben oder überhaupt nicht vorhanden.“ Eine Situation, die sich bis heute noch weiter verschärft hat.
Zieht man ein Fazit aus der Zeit, als Elmar Kammerloher für die KV-Tage die Verantwortung trug, so wird recht deutlich, wie zeitgemäß diese Veranstaltung stets war und nicht etwa der Selbstbestätigung diente. Elmar Kammerlohens Bestreben, dem Verband Impulse zu geben zur Beschäftigung mit Fragen der Gegenwart und zur Verwirklichung seines apostolischen Auftrags in dieser Welt, ist unübersehbar.
Wolfgang Löhr
